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Dichter, Poser, Prosaisten

Durian Poetry Slam



Dichter, Poser, Prosaisten!

Das große Schlachten begann in Chicago. Von dort aus übte es seine Faszination bald über die Stadt- und Landesgrenzen von Illinois aus und gelangte ans äußerste Ufer, weit über den Atlantik nach Europa, später in viele Teile Asiens und Afrika.

Die berühmt-berüchtigten Schlachthöfe Chicagos spielten hierbei keine Rolle. Dafür stand ein Club mit dem freundlich unblutigen Namen „The Green Mill“ im Mittelpunkt. Hier fanden im Juli 1986 die ersten Dichter-Schlachten statt, die „Poetry Slams“. Marc Kelly Smith war der Erste, dem die braven, oft ein wenig dünkelhaften, Literatur- und Dichterlesungen zu langweilig wurden. Er bestellte den Dichtertisch samt dem darauf drapierten unvermeidlichen Rotwein kurzerhand ab, schraubte das Mikrofonstativ ein gutes Stück weiter nach oben und ließ die auftretenden Solokünstler stehend und freihändig ihre Stücke vortragen. Unter dem Namen „Uptown Poetry Slam“ wurde dieser spontane, kreative Wettstreit bald ungemein beliebt.

Slam, Slam, Slam, lovely Slam ...
Nachdem zu Beginn der 90er Jahre US-amerikanische Poetry-Slammer und Spoken-Word-Künstler erstmals nach Deutschland eingeladen wurden, ist der „Poetry Slam“ auch hierzulande ein fester Begriff. Etwas martialisch klingt er schon: Poetry „Slam“. Dabei wird auf diesen kultivierten Veranstaltungen weder geprügelt noch beleidigt (meistens) oder den Gedichten selbst Gewalt angetan. Ja, es kann laut werden auf den Slambühnen Deutschlands und der übrigen Welt. Mitunter hektisch, aufwühlend, wachrüttelnd sozialkritisch, schreiend komisch, manchmal auch höchst absurd und komisch schreiend vorgetragen.

Langeweile kommt jedenfalls nicht auf, wenn ein Slampoet (auch „Poetry Slammer“) die Bühne betritt, um sich dort – so die Spielregeln nach amerikanischem Vorbild – ohne Hilfsmittel, Instrument oder Kostüm vors Mikrofon zu stellen. Eine weitere Regel schreibt vor, dass ausschließlich selbst Verfasstes vorgetragen werden darf. Meist innerhalb eines Zeitlimits von fünf Minuten. Danach wird, wie oftmals in der Politik, dem Redner einfach das Mikro abgestellt.

What happens next?!
Doch was wird eigentlich vorgetragen? Meist bleibt das, bis zum Betreten der Bühne, ein wohlbehütetes Geheimnis des Slammers. In diesem kurzen Moment der Stille erfasst nun eine gespannte Erwartung das Publikum: Wird er oder sie mit einer Erzählung beginnen und falls ja, einer lustigen oder einer dramatischen? Hat der Slampoet ein stilles, feinsinniges Gedicht vorbereitet oder doch einen atemlosen Rap? Wird er einem lang genährten und rhetorisch mehr oder weniger geschliffenen Ärger Luft machen? Wird er versonnen von einer metaphysischen Bewusstseinserweiterung berichten? Waren Drogen im Spiel? Oder doch nur das nächtliche Fernsehprogramm? Alles ist möglich.

Das gilt auch für den Künstler selbst. Ganz gleich aus welcher soziokulturellen Nische heraus jemand seiner Kreativität freien Lauf lässt – stets gibt es einen festen Rahmen innerhalb der oben beschriebenen Regeln. Doch auch wenn Poetry Slams eben keine elitären Veranstaltungen weinseliger Hochliteraten sind, wären diese dennoch herzlich eingeladen, an ihnen teilzunehmen. Denn vorab ausgegrenzt wird niemand. Sobald ein Künstler die Slambühne betritt und etwas vorträgt ist es einfach: „Slam Poetry“.

Survival of the fittest slammer
Es ist ein Wettbewerb, ein „survival of the fittest slammer“ gewissermaßen. Wer sich an einem Abend am wirkungsvollsten schlägt, gewinnt. Und manchmal, wenn es hierfür keine ausgewählte Jury gibt, küren die Zuhörer/Zuschauer am Ende den Sieger, wobei es Satire und pointenreicher Klamauk manchmal einfacher haben mögen als verkopfte, introvertierte Lyrik. Doch da während der Veranstaltung zwischen Publikum und Slammer einiges passieren kann – wechselseitiges Inspirieren, Befeuern, verschiedenste Interaktionen – bleibt es unvorhersehbar und spannend.

Als eine besondere Variante, als Gegenpol des Wettkampfcharakters von Poetry Slams, der nicht jedermanns Sache ist, haben sich „Anti-Slams“ entwickelt. Zum Teil können Slams nämlich sehr wettkampfbetont oder von Machismen geprägt sein (die meisten Slammer sind noch immer männlich). Doch bei Anti-Slams geht der schlechteste Beitrag als Gewinner hervor.

Die schrecklich nette Slam-Familie
Auf Poetry Slams treten die Slammer in der Regel ohne Gage auf – ein Wettbewerb zieht ja nicht automatisch die Kommerzialisierung nach sich. Es geht ums Prestige, um das Überbieten und Ausstechen der anderen. Ein Preis wird häufig ausgelobt, ist aber eher symbolisch. Er kann aus einem kleinen Geldbetrag oder auch mal aus Naturalien wie einer Flasche Hochprozentigem bestehen. Doch so sehr die Poetry-Slammer auf der Bühne als Einzelkämpfer wettstreiten und brillieren wollen, so verschworen ist ihre Gemeinschaft.

Sie empfehlen sich untereinander verschiedene Auftritts-Orte bzw. Bühnen oder raten von ihnen ab. Ein Veranstalter, der die auftretenden Künstler oder das Publikum (etwa durch hohe Eintrittspreise) schlecht behandelt, kann schon sehr bald von sämtlichen Slammern des Landes gemieden werden – Internet sei Dank. Neben sporadischen Veranstaltungen gibt es regelmäßige Poetry Slams, die in der Poetry-Slam-Familie (tatsächlich sagt man auch „Slamily“) längst einen guten Ruf genießen. Diese Veranstalter tragen nicht ganz ohne Stolz den Titel „Slammaster“.

In Deutschland sind Slampoeten als performative Künstler seit vielen Jahren überaus gefragt. Teilweise stehen sie eine gute Hälfte des Jahres auf Slambühnen, sind mitunter so beschäftigt wie bekannte Literaten auf ihren ausgedehnten Lesetouren. Doch sie sind nicht bloß auf den Brettern, auf denen sie die Welt umdeuten präsent. Längst haben große Buchverlage wie Ullstein und Carlsen oder aufstrebende Independent-Verlage wie der Unsichtbar Verlag die Slammer als innovative und unkonventionelle Wortakrobaten, Lyriker und Literaten schätzen gelernt und fördern sie nach Kräften.

„Schiller59“ und „MC Kleist“
Es sollte keinesfalls der Eindruck entstehen, als stünde dieses noch recht junge Format des Poetry Slams in Konkurrenz zu klassischer Lyrik oder Literatur. Das gilt allenfalls für die Neigung mancher Dichter und Literaten, ein Dasein fernab der Öffentlichkeit und somit ihrer Leser und Anhängerschaft zu fristen (Stichwort „Elfenbeinturm“). Längst befinden sich unter den Poetry Slammern auch viele Schriftsteller wie z.B. Karen Duve, Finn-Ole Heinrich, Tanja Dückers oder Judith Hermann.

Auch literarische Klassiker werden ganz bewusst moderner Slam-Poetry gegenübergestellt, so wie beim „Dead-or-Alive-Slam“. In diesem Wettbewerb treten Theaterschauspieler mit Texten bereits verstorbener Dichter gegen Poetry Slammer an. Die Werke aus der Feder Brechts, Schillers, Kleists und anderen, die bei dieser Gelegenheit zitiert werden, spiegeln auch die große Leidenschaft wider, die von Slammern, Schauspielern und Literaturliebhabern gleichermaßen geteilt wird. Das ist, um es etwas akademisch zu formulieren: der künstlerische Ausdruck, die geistige und expressive Freiheit des Individuums.

Es fiele allerdings schwer, so individuelle, bekannte Slammer wie Bas Böttcher, Bachmannpreisträger Michael Lentz, Kabarettist Sebastian Krämer, Lasse Samström, Sebastian23 oder der letztjährige NRW-Landesmeister im Poetry Slam Andy Strauß alle in einem Genre unterbringen zu wollen. Doch je mehr Talente auf die Slambühnen finden, umso spannender wird dieses Format in Zukunft werden.

Poetry Slams als neues Literaturformat
Dienen Poetry Slams somit gar als „Frischzellenkur“ für den Literaturbereich? Unbedingt! Denn sie sprechen gerade diejenigen an, die mit Literatur nicht viel oder gar nichts anfangen können. Sowohl die Unmittelbarkeit und Spontaneität der Slams als auch ihr kurzes Format von meist nur wenigen Minuten mag der Gewohnheit vieler entsprechen, ihrer Umgebung nur noch ein rationiertes Maß an Aufmerksamkeit zu schenken. Ein mehrbändiger Roman schreckt manche so sehr ab wie der Gedanke einer lebenslangen Suche nach der verlorenen Zeit.

Wie anerkannt und beliebt Poetry Slams schon heute sind, das zeigten zuletzt die deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften 2011 eindrucksvoll: Laut Veranstalter kamen über 14.500 Zuschauer nach Hamburg und verfolgten den Wettbewerb, der in Deutschland – im Unterschied zum Mutterland Amerika – in den Disziplinen „Einzel“ und „Team“ ausgetragen wird. Die Meisterschaften 2012 finden übrigens in Heidelberg und Mannheim statt. Einzig für Europa- oder Weltmeisterschaften zeigt sich der Poetry Slam bislang ungeeignet, obwohl auch das bereits versucht worden ist. Aber die sprachlichen Barrieren sowie die logistischen Kosten stehen dem leider noch im Wege.

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Public Relations Poetry
Was durch den richtigen Einsatz von Sprache und dem Aufbau von Texten alles möglich ist, verstehen wir bei Durian. Als PR-Agentur überzeugen wir unsere Kunden mit Worten und Taten, überreichen ihnen den Applaus der jeweiligen Zielgruppe und garantieren somit den Mehrwert. Gerne vermischen wir Schrift mit gesprochener Sprache, Altbewährtes mit innovativen Ideen, virtuelle mit physischen Produkten. Denn das ist PR: Unternehmen und Marken mit einer guten Story zu verbinden und diese als Ganzes zu veröffentlichen.

Wie genau? Das hängt stets vom jeweiligen Kunden ab. Wie ein erfahrener Slampoet, der die Bühne ohne starres Konzept betritt, möchten auch wir uns immer die Flexibilität bewahren, um mit der Öffentlichkeit überzeugend interagieren zu können.

Vertrauen Sie niemandem, der vorgibt, Ihnen ein geeignetes Konzept bieten zu können, ohne Sie vorher kennengelernt zu haben. Machen wir bei Durian nicht, versprochen.

Das Titelbild ist übrigens Bestandteil des offiziellen Plakats zum Durian Poetry Slam, der am 11. März im Duisburger Grammatikoff stattfindet. Um mehr Infos zu erhalten, klicken Sie einfach auf das Bild rechts: Durian Poetry Slam am 11.3. 2012

 




















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